Modell des ET 188 701 auf der Drehscheibe Haltepunkt Obstfelderschmiede (Bild: Verein)

1. Rudolstädter Modellbahnclub e.V.

Bäume für die Winterlandschaft „Der erste Schnee“ in H0

Modellbau, Text und Fotos: W. Hopfe

Mit der Herstellung von Sträuchern und Gebüsch für unsere Winterlandschaft „Der erste Schnee“ der Oberweißbacher Bergbahn gab es irgendwann genügend Erfahrungen und es waren ausreichend Stück gebastelt.
Nun wollten wir „hoch hinaus“.
Wie bei allen Projekten reifen mit dem Basteln die Ideen. Zuerst wurden spindelförmige Laubbäume, die das Laub abgeworfen haben, gestaltet.
Ausgangspunkt war wieder Kupferdraht. Alle Isolierungen entfernen war der erste Schritt. Nun wurde recht zögerlich die Anzahl der Litzen erhöht, die einen Baum ergeben sollten. Am Fuß verdrillt und verlötet waren die Rohlinge fertig.

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Um die farbliche Gestaltung größerer Stückzahlen zu erleichtern, wurden die Drähte in der Flamme oxidiert. So vorbereitet nehmen sie beim Tauchen in Farbe diese auch an. Verwendet wurde wieder der rostrote Rostschutzlack. Auf den frischen Lack wurde fein gemahlener Torf gestreut. Damit dieser nicht so einen bissigen, braunen Farbton erzeugt, wurde etwas Holzasche untergemischt. Man könnte auch ganz fein gesiebte Braunkohle verwenden.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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Auf die Modellbahn-Anlage gepflanzt und beschneit „hübschen“ diese Bäume in Kombination mit den Büschen die Anlage wirklich richtig auf.

 

Unser nächstes Ziel war die Gestaltung von Birken. Da es dabei einige Besonderheiten gibt, wird deren Herstellung in einem separaten Artikel beschrieben. Neben den spindelförmigen Bäumen der ersten Serie und den Birken wachsen in der Natur auch einzeln stehende ausladende Bäume. Als Solitärbäume findet man meist Buchen, Eichen und Linden. Damit war die nächste Herausforderung geboren. Nun wurde erst einmal gemessen und berechnet.

Drahtstücke zwischen 15 und 20 cm wurden geschnitten und bis zu 420 Elementardrähte zu einem Baum vereint. Die den Stamm bildenden Drähte wurden verdrillt und verlötet. Damit fallen sie nicht mehr auseinander und lassen sich später gut „pflanzen“.

Für den Kronenbereich müssen die im Ursprungszustand verdrillten Drähte zuerst entflochten (vereinzelt) werden. Dann kommt die schwierige Aufgabe, Äste und Zweige und natürlich den weiteren Stammverlauf zu formen. Die Arbeitsschritte sind bei der Birke beschrieben. Ein geübter „Bieger“ braucht für einen Baum je nach Anzahl der Litzen zwischen 30 und 45 Minuten.

Ein Bier ein Baum, noch ein Bier und noch ein Baum – mehr schafft man am Abend kaum. Aber es gibt ja hilfreiche Clubmitglieder.

Sind die Kronen geformt, kommen die schon mehrfach beschriebenen Arbeitsschritte:

  • Litzen oxidieren
  • In geeigneten Lack tauchen
  • Auf den frischen Lack ganz feines braunes Material aufbringen
  • Den Stamm und die dicken Zweige mit „gefülltem“ Lack kaschieren, bis das das Verdrillte nicht mehr zu sehen ist
  • Mit mehr oder weniger Blättern in den Farben des Herbstes kann dann die Optik noch verbessert werden.

Bebildert sehen die Arbeitsschritte so aus:

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Solitärbäume – Die Kronen sind fertig gestaltet

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Solitärbäume - Der Kupferdraht ist oxidiert, um Farbe anzunehmen

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Die farbliche Gestaltung der Bäume ist abgeschlossen. Vielleicht sind noch nicht alle Blätter abgefallen.

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Echte Blätter in den Farben des Herbstes sind auf den Zweigen aufgelegt. Und jetzt müssen die Bäume nur noch auf die Anlage „gepflanzt“ werden und der erste Schnee muss fallen.

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Der Solitärbaum hat noch wenige Blätter und der erste Schnee ist gefallen.

Und was wohl erst auf den zweiten Blick auffällt; der erste Schnee muss wirklich aus größerer Höhe gefallen sein. Im Fichtenwald liegt unter den Bäumen noch kein Schnee.

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Schattenspiele – Der erste Schnee erreicht nicht den Waldboden im Fichtenwald

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Schattenspiele – Unter den Fichten liegt kein Schnee.

Und wie sieht es unter den Laubbäumen aus? Da liegt vereinzelt noch Laub, wenn es nicht gerade der Wind weggetragen wurde.

Zur Herstellung des Laubes wurden im November nicht abgeworfene Blätter von Birken, Buchen und verschiedenen Obstgehölzen gesammelt. Wenn diese richtig scharf getrocknet sind, lassen sie sich zwischen den Händen zerreiben. Gesiebt auf verschiedene Größen und durch Mischen an die natürliche Farbe angepasst wurde damit dekoriert.

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Der Wind hat das abgefallene Laub verteilt und an manchen Stellen abgelagert.

Wie am Anfang gesagt, reifen mit der Zeit neue Ideen. Zwischenzeitlich war für die Birken eine Lösung die filigranen Zweige zu gestalten erarbeitet wurde. Folgerichtig sollten nun auf mehrfachen Wunsch einzelner Herren auch die großen Solitärbäume verfeinert werden. Die Nachbildung der filigranen Zweige erfolge wie bei den Birken beschrieben.

Allerdings wurde diesmal die Stahlwolle stärker rosten lassen. Damit umgeht man die zusätzliche farbliche Gestaltung. Die Auflage an filigranem Material auf die Bäume wurde reduziert. Und auf die Blätter wurde vorerst verzichtet. Diese kann man bei Bedarf noch unmittelbar vor dem Beschneien aufbringen.

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Fertig zum Pflanzen – und kein Baum gleicht dem Anderen.

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Die Laubbäume im Winterkleid schmücken den Bahnhof Cursdorf.